Immanuel Gemeinde Bern
Glaubensbekenntnis

Was wir als Gemeinde glauben

1. Der dreieinige Gott - Wir glauben an einen Gott, der ewig in drei gleichermassen göttlichen Personen selbstgenügsam existiert: Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Dieser wahre und lebendige Gott ist unendlich vollkommen, sowohl in seiner Liebe als auch in seiner Heiligkeit. Er ist der Schöpfer aller Dinge, des Sichtbaren wie des Unsichtbaren, und somit würdig, Ehre und Anbetung von allen zu empfangen. Als Gott regiert er in vollkommener und allumfassender Erkenntnis souverän über alles und führt in seiner Vorsehung seine ewigen und guten Absichten aus, um Menschen für sich zu erlösen und seine gefallene Schöpfung zu seiner Ehre wiederherzustellen.

2. Schöpfung - Wir glauben, dass Gott am Anfang Himmel und Erde durch sein Wort aus dem Nichts erschaffen hat und vertrauen der Heiligen Schrift in allem, was sie über die Schöpfung lehrt. Gott erschuf die Welt aus seinem freien Willen sehr gut und erhält die ganze Schöpfung in jedem Augenblick. Mit dem Einbruch der Sünde ist die Schöpfung gefallen. Der Tod ist kein göttliches Instrument zur Schaffung des Menschen, sondern Folge des Sündenfalls. Er wird endgültig überwunden sein, wenn der Sohn jede Herrschaft, Gewalt und Macht beseitigt hat und das Reich dem Vater übergibt.

3. Gottes Offenbarung - In seiner Gnade hat Gott seine Existenz und Macht in der Schöpfung bekannt gemacht und sich dem gefallenen Menschen in seinem Sohn, dem fleischgewordenen Wort, offenbart.

Er hat ausserdem gesprochen, indem er sich durch seinen Geist mit menschlichen Worten offenbart hat: Die sechsundsechzig Bücher des Alten und Neuen Testaments haben Gott als ihren Autor, Erlösung als ihr Ziel und Wahrheit, ohne irgendeine Beimischung von Irrtum, als ihren Inhalt. Allein diese Schriften sind von Gott durch seinen Geist inspiriert und sind somit Wort für Wort Gottes Offenbarung. Die Bibel ist (1) ohne Fehler in den ursprünglichen Schriften; (2) vollkommen in der Offenbarung seines errettenden Willens; (3) ausreichend für alles, was Gott von uns zu glauben und zu tun erwartet; und (4) endgültig und massgeblich in seiner Autorität in all seinen Aussagen.

Wir bekennen, dass sowohl unsere Begrenztheit wie auch unsere Sündhaftigkeit ausschliessen, Gottes Wahrheit vollständig zu verstehen. Wir sind nichtsdestotrotz der Überzeugung, dass wir, erleuchtet durch den Heiligen Geist, Gottes Wahrheit tatsächlich erfassen können.

4. Erschaffung der Menschheit - Wir glauben, dass Gott den Menschen als Mann und Frau nach seinem Bild erschaffen hat. Adam und Eva gehörten zu der Schöpfungsordnung, die Gott als „sehr gut“ erklärte. Sie dienten als Gottes Stellvertreter, um die Schöpfung zu bewahren und über sie zu regieren, und lebten in heiliger und hingegebener Gemeinschaft mit ihrem Schöpfer.

Männer und Frauen sind als gleichwertige Ebenbilder Gottes geschaffen, geniessen durch den Glauben an Jesus Christus gleichermassen Zugang zu Gott und sind beide berufen, sich in Familie, Gemeinde und Gesellschaft zu engagieren.

Adam und Eva wurden dazu erschaffen, sich in der Vereinigung zu einem Fleisch komplementär zu ergänzen. Die heterosexuelle Ehegemeinschaft ist die einzige von Gott gewollte Form der sexuellen Beziehung für Männer und Frauen. Nur so dient die Ehe als ein Bild für die liebevolle Beziehung zwischen Christus und der Gemeinde. In Gottes weiser Absicht sind Männer und Frauen nicht einfach austauschbar, sondern ergänzen sich vielmehr auf eine gegenseitig bereichernde Art und Weise. Die unterschiedlichen Rollen widerspiegeln die liebende Beziehung zwischen Christus und seiner Gemeinde: der Ehemann, indem er seine Funktion als Haupt so ausübt, dass er die sorgende, aufopfernde Liebe Christi darstellt, die Ehefrau, indem sie sich ihrem Mann auf eine Art und Weise unterordnet, dass dadurch die Liebe der Gemeinde für ihren Herrn erkennbar wird.

5. Der Sündenfall - Wir glauben, dass Adams Ebenbildlichkeit entstellt wurde und er seine ehemalige gesegnete Stellung verloren hat, weil er in Sünde gefallen ist, als Satan ihn versuchte. Dies gilt sowohl für ihn selbst als auch für alle seine Nachkommen. Deshalb befinden sich alle Menschen seit dem Sündenfall in Feindschaft zu Gott, sind geistlich tot und damit in jedem Aspekt ihres Wesens von der Sünde entstellt und versklavt. Jeder Mensch ist endgültig und unwiderruflich zum ewigen Tode verdammt – wenn Gott nicht in seiner Gnade eingreift. Somit ist es die allergrösste Notwendigkeit für den Menschen, der unter Gottes gerechtem und heiligem Zorn steht, mit Gott versöhnt zu werden. Dabei ist die alleinige Hoffnung aller Menschen die unverdiente Liebe Gottes. Gott allein kann retten und uns Menschen wiederherstellen.

6. Der Plan Gottes - Wir glauben, dass Gott von Ewigkeit her in seiner Gnade beschlossen hat, eine grosse Anzahl schuldiger Sünder jeden Stammes, jeder Sprache, aus jedem Volk und jeder Nation zu erretten. Er hat sie zu diesem Ziel vorherbestimmt und erwählt. Wir glauben, dass Gott diejenigen gerecht spricht und heiligt, welche durch seine Gnade an Jesus glauben, und diese auch eines Tages verherrlichen wird – alles zur Ehre seiner herrlichen Gnade. In Liebe ersucht und gebietet Gott allen Menschen, ihre Sünden zu bekennen und zu glauben, wobei er seine rettende Liebe denen zuteilwerden lässt, die er zum Glauben an Christus bedingungslos erwählt und denen er Christus zum Retter bestimmt hat.

7. Das Evangelium - Wir glauben, dass das Evangelium die gute Nachricht von Jesus Christus ist – die vollkommene Weisheit Gottes. Das Evangelium erscheint der Welt als Torheit. Für diejenigen, die errettet werden, ist es aber die rettende Kraft Gottes.

Im Mittelpunkt der Guten Nachricht steht Jesus Christus, der Sohn Gottes: sein Leben, sein Tod und seine Auferstehung. Das Evangelium wird nicht verkündet, wenn Christus nicht verkündet wird, und der wirkliche Christus wird nicht verkündigt, wenn sein sündloses Leben, sein Sühnetod am Kreuz und seine leibliche Auferstehung nicht im Zentrum stehen.

8. Die Erlösung durch Christus - Wir glauben, dass der ewige Sohn, aus Liebe und Gehorsam zu seinem Vater, Mensch wurde: Das Wort wurde Fleisch, wahrer Gott und wahrer Mensch, eine Person in zwei Naturen. Der Mensch Jesus, der verheissene Messias Israels, wurde durch die wundersame Wirkung des Heiligen Geistes empfangen und von der Jungfrau Maria geboren. Er war seinem himmlischen Vater vollkommen gehorsam, lebte ein sündloses Leben, vollbrachte Wunder, wurde unter Pontius Pilatus gekreuzigt, ist leibhaftig am dritten Tage von den Toten auferstanden und fuhr auf in den Himmel. Als Mittler und König sitzt er zur Rechten Gottes, des Vaters, übt im Himmel und auf der Erde Gottes Herrschaft aus und dient als unser Hohepriester und gerechter Fürsprecher.

Wir glauben, dass Jesus Christus durch seine Fleischwerdung, sein Leben, seinen Tod, seine Auferstehung und seine Himmelfahrt als Stellvertreter gehandelt hat. Er hat dies getan, damit seine Nachfolger in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt: Am Kreuz hat er für alle, die einmal glauben würden, den Zorn Gottes auf sich genommen, die Schuld getilgt, die volle Strafe für die Sünde getragen und sie mit Gott versöhnt. Durch seine Auferstehung ist Jesus von seinem Vater als der Christus bestätigt worden, hat die Macht des Todes gebrochen und Satan, der einst die Macht über den Tod innehatte, besiegt und so seinem Volk ewiges Leben gebracht. Durch die Rückkehr zu seinem Vater ist er ein für alle Mal zum Herrn erhoben worden und hat den Glaubenden einen Platz bereitet, auf dass sie in der Neuen Schöpfung bei ihm seien.

Wir glauben, dass anders kein Heil gefunden werden kann, denn es wurde kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch welchen wir errettet werden sollten. Da der Mensch allein und vollständig durch die Gnade Gottes errettet wird, kann kein Mensch sich jemals vor ihm rühmen.

9. Die Rechtfertigung des Sünders - Wir glauben, dass Christus durch seinen Gehorsam und Tod die Schuld all derer getilgt hat, die gerechtfertigt sind. Durch sein Opfer hat er an unserer Stelle die Strafe getragen, die wir wegen unserer Sünden verdient haben. Er hat damit angemessen, tatsächlich und vollkommen der Gerechtigkeit Gottes an unserer Stelle Genüge getan. Aufgrund seines vollkommenen Gehorsams hat er die gerechten Forderungen Gottes an unserer Stelle erfüllt. Es ist allein durch Glauben, dass Christi Gehorsam all denen angerechnet wird, die allein auf ihn für ihre Annahme vor Gott vertrauen. Diese Rechtfertigung ist allein aus freier Gnade, damit sowohl die absolute Gerechtigkeit als auch die überschwängliche Gnade Gottes in der Rechtfertigung des Sünders verherrlicht werde. Wir glauben, dass aus dieser freien Rechtfertigung das Streben nach persönlichem und öffentlichem Gehorsam folgt.

10. Das Wirken des Heiligen Geistes - Wir glauben, dass diese Errettung, die in der gesamten Schrift bezeugt wird und von Jesus Christus erworben wurde, durch den Heiligen Geist dem Volk Gottes zugeeignet wird. Gesandt vom Vater und dem Sohn, verherrlicht der Heilige Geist den Herrn Jesus Christus und ist als der „andere“ Fürsprecher bei und in den Gläubigen gegenwärtig. Er führt die Welt zur Erkenntnis der Sünde, der Gerechtigkeit und des Gerichts. Durch sein mächtiges und geheimnisvolles Wirken führt er geistlich tote Menschen zur Busse und zum Glauben und tauft sie in die Verbindung mit dem Herrn Jesus, sodass sie gerechtfertigt vor Gott stehen, durch Gnade allein, aus Glauben allein und in Jesus Christus allein. Durch das Wirken des Heiligen Geistes werden die Gläubigen erneuert, geheiligt und in Gottes Familie aufgenommen und empfangen seine souverän zugeteilten Gaben. Sie werden durch den vom Heiligen Geist gegebenen Glauben an die biblischen Verheissung Teilhaber der göttlichen Natur und daher besteht ihre Heiligung nicht in einer Verbesserung der ihnen eigenen menschlichen Natur, sondern in der Aneignung des Wesens Jesu Christi durch den Glauben. Der Heilige Geist wirkt durch das von ihm inspirierte Wort, die Bibel. Die Wiedergeburt durch den Heiligen Geist geschieht durch die Verkündigung des Evangeliums. Mit dem Heiligen Geist erfüllt zu sein, geht damit einher, vom Wort Gottes erfüllt zu sein. Der Heilige Geist selbst ist ein Unterpfand des verheissenen Erbes. Er wohnt in den Gläubigen und führt sie, unterrichtet sie, rüstet sie aus, belebt und ermächtigt sie in diesem Zeitalter zu einem Leben und Dienst in der Nachfolge Christi. Die Gläubigen sind durch ihn versiegelt und werden bis in die Ewigkeit bewahrt.

11. Das Reich Gottes - Wir glauben, dass diejenigen, die aus Gottes Gnade errettet wurden, im Glauben mit Christus eins geworden und durch den Heiligen Geist erneuert worden sind. Sie sind in das Reich Gottes eingetreten und erfreuen sich nun an den Segnungen des Neuen Bundes: Die Vergebung der Sünden, die innere Umgestaltung, die das Verlangen erweckt, Gott zu verherrlichen, zu vertrauen und zu gehorchen, sowie die Aussicht auf die noch zu offenbarende Herrlichkeit.

Die Erfahrung der rettenden Gnade erweist sich in den guten Werken des Gläubigen. In ihrer Berufung als Salz in einer zerfallenden und als Licht in einer dunklen Welt sollen Gläubige sich weder von der Welt zurückziehen, sodass sie in Abgeschiedenheit von ihr leben, noch sich ihr anpassen, sodass sie nicht mehr von ihr zu unterscheiden sind. In der Erkenntnis, dass diese Welt Gottes Schöpfung ist, und als Bürger des Reiches Gottes, sollen Gläubige ihre Nächsten lieben wie sich selbst und jedermann Gutes tun, und das insbesondere bei denen, die zur Familie Gottes gehören. Das Reich Gottes, das jetzt schon gegenwärtig aber noch nicht vollendet ist, besteht in Gottes souveräner Herrschaft über diese Welt mit dem Ziel der letztendlichen Erlösung der gesamten Schöpfung. Das Reich Gottes wächst und entfaltet sich in dem Leben Einzelner, die aus dem Reich Satans errettet, wiederhergestellt und durch Vergebung und Glauben erneuert werden. Damit gründet das Reich Gottes unweigerlich eine neue Gemeinschaft des menschlichen Zusammenlebens unter Gottes Herrschaft.

12. Die Gemeinde - Wir glauben, dass Gottes neues Bundesvolk als universale Gemeinde existiert und sich in lokalen Gemeinden, deren Haupt allein Christus ist, manifestiert. So ist jede lokale Gemeinde tatsächlich die Gemeinde, die Familie, die Versammlung des lebendigen Gottes und somit auch Säule und Fundament der Wahrheit.

Eine lokale Gemeinde ist eine autonome örtliche Versammlung von getauften Gläubigen, die durch einen Bund des Glaubens und der Gemeinschaft am Evangelium zusammengeschlossen sind. Entsprechend der Schrift sind Pastoren/Älteste und Diakone die Leiter der Gemeinde. Während sowohl Männer als auch Frauen begabt sind, um in der Gemeinde zu dienen, ist das Amt des Pastors/Ältesten jenen Männern vorbehalten, die entsprechend der Schrift die Bedingungen erfüllen.

Die Gemeinde zeichnet sich aus durch das Wahrnehmen ihres göttlichen Auftrags, in der Verkündigung des Evangeliums, der Praxis der heiligen Ordnungen, der Ausübung von Gemeindezucht und vor allem durch die Liebe ihrer Glieder zu Gott, zueinander und zu den Verlorenen.

Die Gemeinde dient als Zeichen für die zukünftige neue Schöpfung, in der Menschen aus allen Nationen, allen Stämmen, allen Völkern und Sprachen in Frieden und Eintracht Gott verherrlichen. In der Gemeinde Jesu Christi wird diese Vision schon jetzt dadurch realisiert, dass jenseits aller sozialen, ethnischen und gesellschaftlichen Grenzen die Glieder der Gemeinde im Dienst aneinander und am Nächsten leben, anstatt auf sich selbst und die Grenzen der heutigen Gesellschaft und Welt fixiert zu sein. Die Gemeinde als Gemeinschaft ist der Wohnort von Gottes Geist und ein stetiges Zeugnis für Jesus Christus in dieser Welt.

13. Taufe und Abendmahl - Wir glauben, dass Taufe und Abendmahl von unserem Herrn Jesus selbst eingesetzt wurden. Die Taufe ist mit dem Eintritt in die neue Bundesgemeinschaft verbunden, das Abendmahl mit einer stetigen Erneuerung des Bundes.

Die christliche Taufe ist das Untertauchen eines Gläubigen im Wasser im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Sie ist ein Gehorsamsakt und symbolisiert den Glauben des Gläubigen an den gekreuzigten, begrabenen und auferstanden Erlöser, den Tod des Gläubigen gegenüber der Sünde, das Begrabensein des alten Lebens und die Auferstehung zu einem neuen Leben in Christus. Da die Taufe eine Anordnung für die Gemeinde ist, ist sie eine Voraussetzung für die Vorrechte der Gemeindemitgliedschaft und des Abendmahls.

Das Abendmahl ist ein symbolischer Akt des Gehorsams, wobei wir durch die Teilnahme am Brot und an der Frucht des Weinstocks den Tod des Erlösers in Erinnerung rufen und seine Wiederkunft erwarten. Taufe und Abendmahl drücken jedoch nicht nur unser Versprechen aus, unter der Herrschaft von Jesus Christus und in Erwartung seiner Wiederkunft zu leben, sondern rufen insbesondere auch Gottes Versprechen an uns und sein gnädiges Wirken in uns in Erinnerung.

14. Die Wiederherstellung aller Dinge - Wir glauben an die persönliche, herrliche und leibliche Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus mit seinen heiligen Engeln. Dann wird er als letzter Richter erscheinen, und sein Königreich wird vollendet werden. Wir glauben an die leibliche Auferstehung der Gerechten wie auch der Ungerechten. Die Ungerechten werden zum Gericht und zu ewiger Bestrafung in der Hölle auferstehen. Die Gerechten werden auferstehen zu ewiger Freude in der Gegenwart dessen, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm Gottes, in einem neuen Himmel und auf einer neuen Erde, der Heimat der Gerechtigkeit. An diesem Tag wird die Gemeinde makellos vor Gott gestellt werden, aufgrund des Gehorsams, des Leidens und des Triumphes Christi. Alle Sünde wird endgültig ausgelöscht und all ihre elenden Folgen werden für immer getilgt sein. Gott wird alles in allem sein und sein Volk wird sich an der Gemeinschaft mit ihm und der unmittelbaren Gegenwart seiner unermesslichen Heiligkeit erfreuen.

Juni 2017